Sehnsucht: Woher kommt sie? Was kannst Du tun wenn die Sehnsucht zu gross wird?

Sehnsucht: Jeder kennt das Gefühl. Bittersüß, romantisch und schmerzhaft zugleich. Oft verbunden mit melancholischer Wehmut und glitzernder Hoffnung. Manchmal blickst Du sehnsüchtig auf eine unerreichbare Person. Manchmal auf einen anderen Lebensweg. Sehnsüchte können enorm antreibend sein. Du richtest dich ganz auf das Ersehnte aus. Und doch bleiben viele Wünsche unerreichbar. So individuell und komplex das Gefühl ist, so wenig wissen wir darüber. Woher kommt die Sehnsucht? Was sind ihre Ursachen, ihr Sinn? Und was dann tun, wenn sie da ist?

Je nach Ausmass und Inhalt der Sehnsucht zeigt sie unterschiedliche Symptome. Wenn Du dich beispielsweise schmerzlich nach einer verstorbenen Person sehnst, dann leidest Du furchtbar. Trauer, Bedauern, vielleicht auch Selbstvorwürfe, Schuldgefühle und ständiges Grübeln sind dann typisch. Das schlägt nicht nur auf deine Stimmung, sondern kann dazu führen, dass Du Bauchschmerzen oder Herzstiche verspürst. Dein Appetit kann aus bleiben, Gewichtsabnahme und Schlafstörungen können die Folge sein.

Sehnsucht kann sich ebenso positiv äußern.

Bei manchen Menschen richtet sich die Sehnsucht auf den Beruf, bei anderen liegt der Fokus auf der Partnerschaft oder auf die Persönlichkeitsentwicklung und das innere Wachstum.

Welche Funktion hat die Sehnsucht?

Eigentlich ist Sehnsucht kein schönes Gefühl. Umso mehr interessiert die Frage, welche Funktion Sehnsucht hat? Warum sind wir sehnsüchtig – nach einem Menschen oder Ort? Woher kommt das Gefühl? Darauf gibt es gleich mehrere Antworten:

Sehnsucht als Wegweiser

Sehnsüchte können dein Bewusstsein für die wirklich wichtigen Dinge schärfen. Vielleicht kennst Du beispielsweise ein starkes Fernweh. Den unbändigen Wunsch, in ein anderes Land zu reisen, sich woanders aufzuhalten oder niederzulassen. Die Motivation dafür kann völlig unterschiedlich sein. Vielleicht treibt Dich die Abenteuerlust: Wie ist das Leben an fremden Plätzen? Oder bist Du unzufrieden im eigenen Land und hast mangelnde Perspektiven. Auch im Job oder in der Partnerschaft weist Sehnsucht neue Wege. Sie offenbart dir ein tiefes Bedürfnis und gibt dir so die Chance, daraus konkrete Ziele abzuleiten: Eine berufliche Neuorientierung oder eine neue Liebe.

Sehnsucht als Vermeidungsstrategie

In sehnsüchtigem Verlangen steckt allerdings auch die Gefahr einer Flucht. Statt wirklich etwas im Leben zu ändern, flüchten sich Betroffene in Tagträume. In dem Fall wird Sehnsucht zur Vermeidungsstrategie. Statt sich mit der Partnerschaft oder den aktuellen Problemen im Job auseinanderzusetzen, lautet die bequemere Lösung: auswandern.

Was tun wenn die Sehnsucht gross ist?

Wenn Du beispielsweise in einer Fernbeziehung steckst, hast Du andere Gründe für sehnsüchtige Gefühle als jemand in einer Jobkrise steckt.

Tipps, was Du tun kannst:

Sehnsucht in der Liebe

Stelle Nähe her. Im Gegensatz zu Paaren, die am selben Wohnort wohnen, können Sie sich in einer Fernbeziehung nicht so häufig sehen. Nähe musst Du durch regelmäßigen Kontakt herstellen. Mit Telefonaten und Videocalls kannst Du die Zeit zum nächsten Treffen überbrücken und deinen Partner am Leben teilhaben lassen.

Vermeide Eifersucht

Das Wichtigste in einer Beziehung ist gegenseitiges Vertrauen. Übergroße Eifersucht und Kontrollzwang belasten jede Partnerschaft unnötig.

Schmiede Pläne

Je exakter deine Vorstellungen sind, desto eher kannst Du daraus ein Herzensprojekt starten und deine Träume verwirklichen. Behalte deinen Blick für die kleinen, netten Dinge im Alltag. Und passe deine Träume an das an, was machbar ist. Die Sehnsucht nach einer Luxusvilla lässt sich vielleicht nicht realisieren. Aber das Reihenhaus in Stadtnähe hat auch Vorzüge.

Arbeite in Schritten

Besteht deine Sehnsucht in einem neuen Job? Dann arbeite an der Erfüllung, indem Du dich auf entsprechende Stellen bewerben. Planst Du deine Selbständigkeit? Dann such eine Gründerberatung auf.

Empfindest Du Schmerz und Trauer?

Die Gedanken müssen raus aus deinem Kopf – beispielsweise durch Schreiben. Unternimm Dinge, die dich ablenken – und wenn es nur ein Spaziergang ist. Gestehe dir selbst diese Zeit zu und behandle dich selbst wohlwollend. Ein warmes Bad, ein leckeres Essen als kleine Belohnung dafür, dass Du bist, wie Du bist.